Von
Unbekannt

DIE STUNDE WENN VANESSA KOMMT




Es war einer jener Tag, an welchem man so vor sich hin lebt, frei von vagen Ängsten einer unbekannten und möglicherweise drohenden, dunklen Zukunft fröhlich auf ein Bier in die Altstadt marschiert.

Wie so oft in der Vergangenheit schon, zuerst zu Wolfgang und Co, dem Frauenexperten der Stadt, ein paar Baggertipps holen. Soll ja schließlich ein Tag mit perfektem Abschluss werden.
Ach, hätte ich doch nur vorab mein Orakel befragt, alle wäre ganze anders gekommen.

Der Eingang zur Kneipe lag im letzten Tageslicht, eine anheimelnd warme Beleuchtung signalisierte dem eintretenden Gast: Hier bist du richtig. Von Wolfgang war nichts zu sehen, aber das hieß auch deshalb nichts, weil noch keine Frauen anwesend waren. Kai gab mir ein Bier und beschwichtigte: Ist ja noch früh am Abend, die ersten Girls lassen bestimmt nicht mehr lange auf sich warten. Ich war und blieb meinerseits ein wenig skeptisch. Was wäre, wenn sich nun herum gesprochen hätte, dass Kai linksrheinisch wohnt? Würde unter der Last dieser negativierenden Erkenntnis noch ein Girl das Lokal betreten? Falls ja, wird sie bleiben oder möchte sie nur ihre Unterschrift unter eine Protestschrift setzen? Ja, ja, die Fraktion der für ein vom linksrheinischen befreiten Düsseldorfer wird immer stärker!

Während ich also noch nachdenklich am Bier nippte, kam sie!

Rot glühende Augen, lustvoll fordernder Blick und eine Figur… spontan fielen mir Dinge ein, die ich schon immer mal erledigt haben wollte.

Schnell holte ich meine Kamera aus der Tasche und schoss ein Foto, welches ich mir später auf den Nachttisch stellen wollte, diesen atemberaubenden Augenblick musste ich einfach festhalten. Vanessa fauchte und mir wurde klar, das ist ein Vollblutweib der Sonderklasse.

Scheint's, auch sie blieb nicht unberührt und ihre fraulichen Instinkte erwachten fordernd, spontan hauchte sie mir entgegen: "Chip her…", während ihre glühenden Augen mich fest fixierten und ihre Hand fordernd meinem Körper näher kam. Wow…

Ich überlegte fieberhaft, war Chip überhaupt ein passender Name für mein Wunderwerk fraulicher Begierden und Träume? Kann man das nicht etwas respektvoller ausdrücken? Vielleicht auch mal höflich "Bitte" sagen???

"Hol ihn endlich raus…", sie meinte es ernst!

Wirklich? Vor allen Leuten? Ich konnte es zuerst nicht glauben. Vanessa kam noch näher und meine Hormone fuhren Achterbahn. "Kriege ich ihn jetzt in die Hand, oder nicht?" Es war ihr verdammt wichtig, wie mir schien. "Also gut", ich war im Begriff alle Vorsicht fahren zu lassen, schließlich forderte die Natur bloß ihr gutes Recht ein, wann trifft Vanessa schon mal auf einen Kerl wie mich?!

Ich öffnete kunstvoll den ersten Knopf meiner Jeans, bewegte meinen aufreizenden Body im Rhythmus der Musik dabei. "Was machst du denn da?" Vanessa sah mich entgeistert an. "Naja, rausholen uns so…", ich wusste nicht, was ich sagen sollte.

"Den Film, du Idiot! Ich will nicht fotografiert werden!"
Au Backe, das war heavy!
"Nix mit… und so? Eh Alter…", Vanessa blickte verachtungsvoll auf mich, "Wie bist du denn drauf?" Da konnte ich nicht mehr anders, als ehrlich zu sein: "…na ja, eben überhaupt nicht…"

Die dann folgenden Minuten verblieben ein wenig im Dunkel der Erinnerung. Noch heute weiß ich nicht, ist die Beule am Kopf vom Laternenpfahl, oder eine heiße Erinnerung an Vanessas Spielchen?

Aber eins weiß ich genau, Wolfgang ist schuld!

Der war ja nicht da, keine Beratung und so ein unschuldiges Wesen wie ich stolpere deshalb ahnungslos in Vanessas Fänge. Uh Baby…